Leopolis

Humanitäre Hilfe für die Ukraine e.V. DE EN

Dr. Aleksander Schwarz reiste 1992 nach dem Zerfall der Sowjetunion zum ersten Mal in seine alte Heimat. Die unbeschreibliche Armut der dort lebenden jüdischen Bevölkerung erschütterte ihn. Viele der alten Menschen - sie hatten die Shoa überlebt - konnten sich nicht mit dem Notwendigsten versorgen: Nahrungsmittel, Kleidung und Medikamenten. Die Wohnsituation entwickelte sich desaströs, kommunale Wohnungen wurden nicht mehr instand gesetzt. Mit ihren geringen Renten konnten die meisten weder Strom, noch Heizkosten bezahlen. Nach diesem schockierenden Besuch, gründete Aleksander Schwarz gemeinsam mit seiner Frau und einigen Freunden in München einen Hilfsfond. Seit 1993 engagiert sich Dr. Aleksander Schwarz unbürokratisch und effektiv für die jüdische Bevölkerung in Lemberg und Umgebung. Unterstützt wurde sein Einsatz von Anfang an durch die Münchener „B`nai Brith Loge Hebraica Menorah“ und die „B´nai Brith Loge Leopolis Emil Domberger“ in Lemberg.

1993 fand in Lemberg ein wissenschaftliches Kolloquium über die Shoa an den Galizischen Juden statt. Dr. Aleksander Schwarz nahm als einer der wenigen Überlebenden des Janowska-Lagers an der Konferenz teil. Alle Versuche, der Opfer 200.000 Opfer des Lagers zu gedenken, waren in der Nachkriegszeit vergeblich gewesen. Nach der Befreiung durch die Rote Arme 1944 wurde es in ein Gefängnis umfunktioniert. Unter ukrainischer Verwaltung ist es das bis heute. Aleksander Schwarz gelang es, einen Granit-Findling vor dem einstigen " Tal des Todes" aufzustellen. Im an das Janowska-Lager angrenzenden „Tal des Todes“ wurden die Menschen ermordet und ihre Leichen an Ort und Stelle begraben. Für die Errichtung einer Gedenkstätte kämpft er bis heute.