Wie alles anfing

1992: Eine Reise, die alles verändert

Dr. Aleksander Schwarz reiste 1992, kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion, zum ersten Mal wieder in seine alte Heimat. Was er dort sah, erschütterte ihn: Viele ältere jüdische Menschen, die die Shoa überlebt hatten, konnten sich Nahrung, Kleidung und Medikamente kaum leisten. Kommunale Wohnungen verfielen, und von den kleinen Renten ließen sich weder Strom noch Heizung bezahlen.

1993: Aus einer Idee wird ein Hilfsfonds

Zusammen mit seiner Frau und Freunden gründete er in München einen Hilfsfonds. Von Anfang an halfen ihm die Münchner B'nai-B'rith-Loge „Hebraica Menorah“ und die Loge „Leopolis Emil Domberger“ in Lemberg. Unbürokratisch und wirksam unterstützte er seither die jüdische Bevölkerung in Lemberg und Umgebung.

Erinnern gehört dazu

1993 fand in Lemberg ein wissenschaftliches Kolloquium zur Shoa an den galizischen Juden statt. Dr. Schwarz nahm als einer der wenigen Überlebenden des Lagers Janowska daran teil. In der Nachkriegszeit gab es dort keinen Ort des Gedenkens, das Lagergelände wurde zum Gefängnis. Er erreichte, dass vor dem einstigen „Tal des Todes“ ein Granitfindling für die rund 200.000 Opfer aufgestellt wurde, und setzte sich bis zuletzt für eine würdige Gedenkstätte ein.